Über uns

Die Turnermusiker in Brandenburg und Berlin gehören mit ihren Vereinen/Abteilungen dem Märkischen Turnerbund Brandenburg (MTB) e. V. bzw. dem Berliner Turn- und Freizeitsport-Bund (BTFB) e. V. an. Sie sind im Technischen Komitee Musik und Spielmannswesen – das vom MTB betreut wird – zusammengefasst und dem Vizepräsident Sport des MTB unterstellt.

Nach 1945 fanden sich in den ehemaligen Turnvereinen Deutschlands Frauen und Männer zusammen, die das Dritte Reich und den Zweiten Weltkrieg überstanden hatten, um alte Traditionen der deutschen Arbeiter- und Turnbewegung wieder aufzunehmen und an ihnen anzuknüpfen. Sie wollten gemeinsam musizieren, das alte Liedgut und die lang vermisste Geselligkeit aufleben lassen und pflegen.

Mit großen Mühen, enormer Einsatzbereitschaft und zahlreichen Entbehrungen gelang in der ehem. DDR Ende der 50er/Anfang der 60er Jahre im Rahmen der Sportorganisation eine neue Spielleutebewegung zu inszenieren.

Regionale Sport- und Volksfeste, republikweite nationale und internationale Veranstaltungen wie die Weltfestspiele im Jahr1951 und die Turn- und Sportfeste in Leipzig – wo es erste zentrale Wettkämpfe gab – zählten zu den Höhepunkten.

Eine Wende in der Entwicklung

Mit dem Erfolg beim V. Deutschen Turn- und Sportfest 1968 in Leipzig begann dann eine neue Ära in der Geschichte der Spielleute.

Die erste eigenständige Musikschau der 1.800 Spielleute im Rahmen der Sportschau war das Ergebnis der zielstrebigen Arbeit in den Jahren bis 1968.

Seit 1966 gab es über die Bezirksmeisterschaften hinaus zentrale Wettkämpfe nach einer einheitlichen Wettkampfordnung mit klaren Klassifizierungen der teilnehmenden Vereine.

Und es gab eine weitere positive Veränderung. Die Spielleute des Sports wurden aus dem Deutschen Turnverband der DDR herausgelöst und direkt dem Bundesvorstand des DTSB unterstellt. Sie erhielten weitreichende personelle und technisch-organisatorische Voraussetzungen für eine planmäßige und kontinuierliche Tätigkeit auf zentraler, aber auch auf Bezirksebene.

In den Folgejahren wurden sowohl die Wettkampfordnungen für die Genres Spielmanns- und Fanfarenzüge sowie Schalmeienkapellen als auch die Wettkämpfe in der Folge selbst auf eine höhere Stufe geführt.

Das Ende kam gleich nach dem Start

Diese qualitative gestiegenen sportlich-musikalischen Leistungen und Erfolge, das ständig steigende Niveau und eine gute Organisiertheit führten letztendlich dazu, dass nach langem Ringen im Winter 1988/89 endlich die Entscheidung fiel – trotz ständiger währender Querelen des sozialistischen Jugendverbandes und der Parteiführung –, im DTSB der DDR einen selbstständigen Musik und Spielleuteverband (MSV) zu gründen.

Im Januar 1989 fand im Volkshaus Halle/Saale der 1. Verbandstag statt. Peter Ahlborn aus Helbra (Sachsen-Anhalt) wurde als einziger Kandidat mehrheitlich zum ersten Präsident gewählt. Mario Bielig aus Freital (Sachsen) und Bernd Schenke aus Berlin wurden Vizepräsidenten.

Doch die Freude über die gewonnene Selbstständigkeit als Sportverband währte nicht lange. Auf dem sog. Vereinigungs-Turntag des Deutschen Turner-Bundes (DTB) im September 1990 in Hannover ging der MSV nur wenige Monate später vorbehaltlos in den DTB – den zweitgrößten Sportverband der Bundesrepublik Deutschland – ein und wurde Bestandteil des Bundesfachausschusses Musik und Spielmannswesen.

Die Spielleute zwischen Ostsee und Erzgebirge, Elbe und Oder trugen von da an die DTB-übliche Bezeichnung „Turnermusiker“.

 

In den neuen Bundesländern – Ausnahme bildete der Freistaat Sachsen – wurden in den folgenden Monaten die Vereine/Abteilungen der Spielmanns- und Fanfarenzüge sowie Schalmeienkapellen (Blasorchester bestanden im Sport nicht mehr) offiziell Mitglied in den neu gegründeten Landesfachverbänden für Turnen, Gesundheits-, Breiten- und Spitzensport.

 

Zweiter Neubeginn zwischen Ostsee und Erzgebirge

Im Land Brandenburg wurde 1990 der Märkische TurnerBund (MTB) gegründet, der am 8. Dezember in Frankfurt (Oder) seinen ersten Landesturntag in Anwesenheit der Vertreter der Turnermusiker durchführte.

Bernd Schenke wurde einstimmig als 1. Vizepräsident in das Präsidium des MTB gewählt. Seinem Verantwortungsbereich Gesellschaftspolitik/Öffentlichkeitsarbeit/ Ehrungen wurden auch die Turnermusiker als Fachbereich zugeordnet.

 

Alsbald formierte sich der Fachbereich Musik und Spielmannswesen im MTB und begann unter Leitung von Friedrich Hollmeyer (TSG Lübbenau) mit dem Neuaufbau. Erste Aktivitäten wurden unter völlig veränderten Bedingungen realisiert. Dazu gehörten die von Bernd Schenke inszenierte „1. Offene Meisterschaft der Fanfarenzüge des MTB“ (später Fanfaronade) im Mai 1991 in Berlin und die „1. Landesmeisterschaft der Turnermusiker“ im selben Jahr in Lübbenau. Von der Vielzahl der Vereine der ehemaligen Bezirke Cottbus, Potsdam und Frankfurt (Oder), die nun das neue Bundesland Brandenburg bildeten, blieben nach der Wende kaum zwei Drittel erhalten. Und die hatten es unendlich schwer zu bestehen.

Weil das in Berlin nach der Fusion von Ost und West nicht anders aussah, wurde sehr schnell eine Zusammenarbeit vereinbart. Seit 1992 führten die Turnermusiker aus Brandenburg und Berlin als erster Fachbereich der Turnverbände beider Länder und in den neuen Bundesländern ihre Wettkämpfe und Qualifizierungsmaßnahmen gemeinsam und recht erfolgreich durch. Am 17. November 2007 schlossen sich schließlich die Fachbereiche Musik und Spielmannswesen des Märkischen TurnerBundes (MTB) und des Berliner Turn- und Freizeitsport-Bundes (BTB) im Rahmen ihrer ersten gemeinsamen Mitgliederversammlung in Potsdam zu einem Fachbereich zusammen.

Aus diesem Fachbereich wurde im Jahr 2014 auf Grund einer Strukturänderung im DTB das Technische Komitee Musik und Spielmannswesen des MTB/BTFB, das dem Vizepräsidentenbereich Sport im Präsidium des MTB zugeordnet ist. Amtierender Vorsitzender des TK Musik und Spielmannswesen ist Steffen Opitz.

Bernd Schenke