GEMA

Das die GEMA von allen öffentlichen Veranstaltungen, die irgendwie etwas mit Musik zu tun haben und gleich ob live oder aus der Konserve, ihren seit 2014 gestiegenen Bonus abfordert und dabei sehr wachsam ist, dürfte allgemein bekannt sein. Auf der Grundlage des staatlichen Urheberrechtsgesetzes geht sie davon aus, dass grundsätzlich geschützte Musikstücke gespielt werden, die zum GEMA-Repertoire gehören! Ein Veranstalter, der sich auf ungeschütztes Repertoire beruft muß das beweisen.

Was das Spielleuterepertoire des ehemaligen DTSB der DDR betrifft, so gibt es eine Menge Titel, die von „Amateuren“ komponiert oder arrangiert wurden, ohne dass sie von der damaligen AWA der DDR bzw. danach von der GEMA vertreten werden. Dazu gab es in einigen Ausgaben der 80-ziger Jahre des ehemaligen „Tambours“ Auflistungen in Bezug Komponist/Arrangeur, von wem eingereicht und eingestufter Schwierigkeitsgrad. Zu nennen wären z.B. für die Spielmannszüge Dr. E. Güttner/R. Melle (Mühlhausen), für die Fanfarenzüge H. Mittag (Elsterberg) oder für die Schalmeien K. Schneider (Langenreichenbach).  Anders bei B. Bosecker (Fanfaren), H. Hütten (alle Genre) oder Andreas Wagner (Fanfaren), sie werden von der GEMA vertreten.

Des weiteren gibt es Sonderverträge mit der GEMA, die das Entgelt reduzieren oder sogar freistellen.

Solch eine Sondervertrag besteht zwischen den DOSB und der GEMA. Der wurde 2013 erneut ausgehandelt, hat bis 31.12.2016 Gültigkeit und kann von allen im Sportvereinen in Anspruch genommen werden.

Laut Zusatzvereinbarung zum Gesamtvertrag sind folgende Musiknutzungen der Berechtigten durch Zahlung der Vergütung zentral durch den DOSB bereits abgegolten:

– Jahres und Monatsversammlungen;

– Vortragsabende;

– Weihnachts- oder Jahresabschlussfeiern ohne Tanz;

– Festzüge bei Turnfesten mit Turner- und Spielmannszügen;

– Festakte bei offiziellen Gelegenheiten;

– Totenfeiern;

– Faschingsveranstaltungen der Jugendabteilungen, an denen nur jugendliche Mitglieder und Kinder,   ggf. mit Begleitpersonen (z.B. Eltern) dieser Abteilung teilnehmen und für die kein Eintritt verlangt wird;

– Elternabende der Jugendgruppen ohne Tanz;

– Training und Wettbewerbe solcher Sportdisziplinen, bei den Musik integrierter Bestandteil ist. Dies gilt ausschließlich bei Wettbewerben von Amateursportlern mit bis zu 1.000 Besuchern;

– Wiedergabe von Hörfunksendungen, Fernsehsendungen und Tonträgern ohne Veranstaltungscharakter zur vereinsinternen Nutzung in nicht bewirtschafteten Räumen, die nur Vereinsmitgliedern zugänglich sind. Als bewirtschaftet gelten Räume, wenn hierfür eine Erlaubnis (Konzession) erforderlich ist. Ein Raum ist auch dann bewirtschaftet, wenn keine Konzession erforderlich ist, jedoch der Verkauf von Getränken und Speisen stattfindet;

– Sport- und Spielfeste, sofern nicht andere Aktivitäten bestehen;

– Musiknutzung zur Vorführung einer Sportart (z.B. Aerobic, Jazzdance) anlässlich einer Präsentations-Veranstaltung der Vereinsaufgabe zur Mitgliederwerbung;

– Kurse im vereinsinternen Trainingsbereich, wenn ausschließlich Vereinsmitglieder teilnehmen und keine Kursgebühr erhoben wird. Nicht abgegolten sind Kurse, an denen Personen teilnehmen die nur zum Kursbesuch eine Mitgliedschaft im Verein eingegangen sind (z.B. befristete Kurzmitgliedschaft bis zu 6 Monaten Dauer). Diese Regelung findet keine Anwendung auf Sportvereine, die lediglich ein Fitnessstudio betreiben, aber keine Fachabteilungen;

– Musiknutzung bei der Aus- und Fortbildung in Bildungswerken der Landessportbünde, wenn Fernseher, Radio oder Tonträger ausschließlich zur Schulung eingesetzt werden;

– Musikalische Umrahmung bei Sportveranstaltungen (sog. Pausenmusik), jedoch ausschließlich bei Amateurveranstaltungen mit bis zu 1.000 Besuchern soweit die Musizierenden keine Entlohnung erhalten.

Bei nicht ordnungsgemäß eingereichten Musikprogrammen entfällt die Hälfte des Gesamtvertragsnachlasses. Der volle Gesamtvertragsnachlass wird gewährt, wenn das Musikfolgeverzeichnis nachgereicht wird.

Auf alle Fälle sind alle öffentlichen Veranstaltungen durch den Träger bei der zuständigen GEMA-Direktion anmeldepflichtig. Soweit zutreffend sollte man auf die Zusatzvereinbarung hinweisen.

Offen bleibt für die Sport-Spielleute, speziell aus den neuen Bundesländern, auf Grund der gestiegenen Kosten für die jährliche Durchführung von Meisterschaften, eine Änderung der Mindestzahl der Besucher zu beantragen (Diskussionsgrundlage). Auf alle Fälle sind die an den Wettbewerben beteiligten Spielleute, vor oder nach Absolvierung ihres Beitrages keine Besucher und dürfen nicht als solche gerechnet werden!