Wegweiser in vielerlei Hinsicht

Das Technische Komitee Musik und Spielmannswesen (TK MSW) des Deutschen Turner-Bundes (DTB) hat am vergangenen Wochenende zu einer Perspektivtagung nach Frankfurt am Main eingeladen. Thema war die Neuaufstellung der Turnermusiker im DTB, da die Arbeit im TK MSW des DTB in den letzten Jahren sehr vernachlässigt wurde. Der neue Vorsitzende des TK MSW im DTB, Raik Wehner, hatte das Ziel, mit den Landesfachwarten und TK-Vorsitzenden aus dem Gebiet MSW aller Landes-Turnerbünde über einen Neuanfang im TK MSW auf Bundesebene zu beraten.
Es waren viele Landesturnverbände aus den alten Bundesländern vertreten, unser TK war leider das einzige aus den neuen Bundesländern.

 Jeder Landesverband hatte nach der Begrüßung durch Raik Wehner die Möglichkeit, seine aktuelle Situation darzulegen. So präsentierte jeder Vertreter, in unserem Fall Steffen Opitz, Mitglieder- und Vereinszahl, aktuelle Projekte und Herausforderungen sowie die Arbeit des Verbandes.

Auffällig stark in der Arbeit ist der Niedersächsische Turnerbund (NTB). Breit aufgestellt und gut organisiert hat er sowohl in den Vereinen als auch im Turnerbund großen Rückhalt und leistet eine sehr intensive Arbeit im Bereich der Aus- und Fortbildung. „Bei der Tagung bemerkte ich, dass wir ähnlich gut aufgestellt sind und uns auf einem guten Weg zum Dienstleister für die Vereine befinden“, so Steffen Opitz. Auffällig war für ihn, dass das Leistungsmusizieren bei uns eine sehr zentrale Bedeutung innehat und der Höhepunkt unserer Verbandarbeit schlechthin ist. In den alten Bundesländern hingegen ist das Wertungsmusizieren lediglich Bestandteil, jedoch nicht Highlight des Vereins-/ Verbandsjahres – so sein Eindruck.

Nach der Bestandsaufnahme aus den Ländern wurde dann über das eigentliche Anliegen der Tagung beraten. Zusammen wurden zukünftige Ziele des TK MSW im DTB ermittelt. Die Arbeit bzw. das Geschehen der vergangenen Jahre wurden dabei größtenteils ausgeblendet, da sich alle gemeinsam auf die zukünftige Zusammenarbeit konzentrierten. Dies gelang durch das konstruktive Arbeiten der Teilnehmer sehr gut. Ganz nüchtern wurde über die folgenden Fragen diskutiert: Braucht der DTB seine Musiker? Und brauchen die Musiker den DTB? Die einzelnen Verbände arbeiten zumeist sehr gut für ihre Musiker. Was also soll der DTB noch leisten? Aus der Diskussion waren schon die zentralen Punkte hervorgegangen, z.B. der Dozentenpool, Finanzfragen und die Teilnahme an internationalen Großveranstaltungen.

So war/ist auch das Internationale Deutsche Turnfest für viele Turnermusiker ein Highlight. Das nächste Turnfest findet 2017 in Berlin statt. Die Delegierten der Versammlung waren sich einig, dass dies einer der kurzfristigen Meilensteine des TK MSW im DTB werden soll. Das gemeinsame Wirken der Turnermusiker in Deutschland soll dort öffentlichkeitswirksam und nicht in Form einer Randerscheinung inszeniert werden. Öffentliches Wertungsspielen in verschiedenen Kategorien wie beispielweise Stand, Marsch und Konzert soll die Turnermusiker in die Öffentlichkeit und das Bewusstsein der Teilnehmer und Festbesucher rücken. Ein Austausch soll gleichzeitig durch einen während der ganzen Veranstaltung geöffneten „Musikertreff“ realisiert werden. Diese und weitere gesammelte Schlagwörter wurden zu Hauptthemen zusammengefasst und bei der Tagung in Projektgruppen beraten. Auch in Zukunft soll diese Arbeit sukzessiv und zielführend fortgeführt werden.

Was also nehmen der MTB und sein TK MSW mit? Wir leisten eine gute Arbeit im Verband, die immer weiter optimiert werden muss und kann. Gedankenaustausche dieser Art sollten und werden öfter stattfinden. Kooperationen und Zusammenarbeit wurden bereits mit Handschlag besiegelt. So soll zum Beispiel das Angebot für Flöter in C und Ces/B erweitert werden, womit schon der erste Wunsch der Mitgliederversammlung erfüllt werden konnte. Hierfür werden wir mit dem NTB zusammenarbeiten; nähere Informationen dazu folgen in Kürze.
Der DTB hat mit seinem Internationalen Deutschen Turnfest in Berlin 2017 eine wichtige Aufgabe und ein realistisches Ziel vor Augen, auch für seine Musiker. Eine Perspektive ist gegeben.

Für Steffen Opitz selbst war dieser Wissensaustausch eine große Bereicherung. Er habe nicht nur viele interessante Personen in gleicher Funktion kennen gelernt, sondern auch viele Informationen und Ideen gesammelt, um unsere Arbeit im TK in Brandenburg und Berlin noch weiter zu optimieren. Der Vergleich mit den anderen Verbänden sei eine Bestätigung für die Arbeit unseres TK. Besonders betont Steffen Opitz seine Begeisterung von der fairen und vorurteilsfreien Verhandlungs- und Umgangsweise im neuen TK MSW des DTB.

Raik Wehner